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„Und es schmilzt“<br> von Lize Spit

„Und es schmilzt“
von Lize Spit

Buch der Woche

Diesmal musste ich wirklich lange überlegen, welche beiden Bücher ich beim Literaturcafé der Stadtbücherei nächsten Donnerstag vorstellen will. Ich habe in letzter Zeit einfach so viele tolle Bücher gelesen! Unter den letzten drei Büchern (für zwei musste ich mich schließlich entscheiden) war auch „Und es schmilzt“ von Lize Spit. Ein Buch, das sich lange Zeit liest wie ein Jugendroman in ländlicher Idylle, wenn auch immer deutlicher ein dunkler Schatten über die Handlung fällt. Doch erst ganz am Ende überfällt einen die ganze Brutalität und Kälte, die das Ende von Evas Jugend bedeutet. Beiläufig wirft Spit dem Leser einzelne Brocken der Wahrheit, weniger Informationen als böse Ahnungen, vor: Ist nicht nur Evas Mutter sondern auch der Vater Alkoholiker und suizidgefährdet? Leidet ihre Schwester Tesje nur unter harmlosen Ticks oder ist es viel mehr? Was verbirgt sich hinter dem Tod von Pims Bruder Jan?

Doch zunächst scheint es als habe Eva in der Freundschaft zu Pim und Laurens einen Ausgleich zu ihren familiären Problemen und einen Halt. Dass dies täuscht, ahnt man auch durch die Parallelhandlung in der Gegenwart: Oder warum fährt Eva mit einem Eisblock im Kofferraum zur Silvesterparty bei Pim?

Eigentlich ist von Anfang an klar, dass dieses Buch kein gutes Ende haben kann und trotzdem hat es mich eiskalt erwischt. Ein intensives und brutales Buch, vor dem ich diejenigen warnen muss, die in Büchern eine heile Welt suchen. Das ich aber den Lesern nur empfehlen kann, sie sich trauen, sich von einem Buch ganz tief erschüttern zu lassen!

Von Melena