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„Rückkehr nach Lemberg“ <br>von Phillipe Sands

„Rückkehr nach Lemberg“
von Phillipe Sands

Buch der Woche

Vielleicht werde ich doch noch zum Sachbuchleser – zumindest, wenn sie so interessant, spannend und verständlich geschrieben sind: „Rückkehr nach Lemberg“ von Phillipe Sands ist nämlich nicht nur die Geschichte der juristischen Begriffe „Genozid“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, die für einen Juristen durchaus interessant ist, aber nicht unbedingt meine bevorzugte Abendlektüre, es ist vor allem die Geschichte dreier Männer, die aus Lemberg stammen.

Als der bekannte Anwalt für Menschenrechte Philippe Sands eine Einladung nach Lemberg erhält, ahnt er noch nicht, dass dies der Anfang einer erstaunlichen Reise ist, die ihn um die halbe Welt führen wird. Er kommt einem bewegenden Familiengeheimnis auf die Spur, und stößt auf die Geschichte zweier Männer, die angesichts der ungeheuren NS-Verbrechen alles daran setzten, diese juristisch zu fassen. Sie prägten die zentralen Begriffe, mit denen seitdem der Schrecken benannt und geahndet werden kann: „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und „Genozid“. Meisterhaft verwebt Philippe Sands die Geschichte von Tätern und Anklägern, von Strafe und Völkerrecht zu einer kraftvollen Erzählung darüber, wie Verbrechen und Schuld über Generationen fortwirken.

Dabei schafft es der Autor vor allem die Geheimnisse seiner eigenen Familiengeschichte so interessant mit den historischen Ereignissen zu verknüpfen, dass ein wunderbares, sehr persönliches Bild entsteht und ich wirklich viel gelernt habe und mir zugleich auf keiner Seite langweilig wurde. Ein richtig gutes Buch!

Von Melena