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„Kleine Feuer überall“ <br>von Celeste Ng

„Kleine Feuer überall“
von Celeste Ng

Buch der Woche

Nach „Was ich euch nicht erzählte“, einem meiner Lieblingsromane 2016, habe ich mich sehr auf den zweiten Roman von Celeste Ng  gefreut. Nun ist „Kleine Feuer überall“ da und ich wurde nicht enttäuscht: Er ist ganz anders, vielleicht weniger tiefgründig und anspruchsvoll, aber dafür spannender und unterhaltsamer – ich habe ihn verschlungen! Celeste Ng ist eine Meisterin im Sezieren des Familien-Innersten. Von der nach außen hin perfekten Familie bleibt bei ihr nicht viel übrig. Und das gerade nicht, weil sie zeigen würde, dass die Familienmitglieder sich nicht lieben würden oder gar „böse“ wären. Vielmehr zeigt sie, wie viel „gut meinen“ zerstören kann, wie „zuviel wollen“ schadet und wie weh es tut nicht gesehen zu werden. Ein spannender Familienroman, der mich ratlos zurückgelassen hat, weil es keine einfachen Lösungen gibt, bei dem das Lesen aber auch einfach Spaß macht und auf keiner Seite Langeweile aufkommt. Von mir bekommt er eine Leseempfehlung!

Es brennt! In jedem der Schlafzimmer hat jemand Feuer gelegt. Fassungslos steht Elena Richardson im Bademantel und den Tennisschuhen ihres Sohnes draußen auf dem Rasen und starrt in die Flammen. Ihr ganzes Leben lang hatte sie die Erfahrung gemacht, „dass Leidenschaft so gefährlich ist wie Feuer“. Deshalb passte sie so gut nach Shaker Heights, den wohlhabenden Vorort von Cleveland, Ohio, in dem der Außenanstrich der Häuser ebenso geregelt ist wie das Alltagsleben seiner Bewohner. Ihr Mann ist Partner einer Anwaltskanzlei, sie selbst schreibt Kolumnen für die Lokalzeitung, die vier halbwüchsigen Kinder sind bis auf das jüngste, Isabel, wohlgeraten. Doch es brennt. Elenas scheinbar unanfechtbares Idyll – alles Asche und Rauch?

Von Melena