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„Ein wenig Glück“ <br>von Claudia Piñeiro

„Ein wenig Glück“
von Claudia Piñeiro

Buch der Woche

Was muss geschehen, dass eine Mutter ihr Kind zurücklässt – es für immer verlässt? Kann es einen Grund geben, der dies rechtfertigt – den auch ich als Mutter verstehen kann? Gefühlvoll und vorsichtig tastet sich Claudia Piñeiro in „Ein wenig Glück“ an die Geschehnisse heran, die Mary schließlich dazu bewegten, ihren kleinen Sohn Federico zu verlassen.

Ein Bahnübergang, eine heruntergelassene Schranke, ein blinkendes rotes Licht und kein Zug. Drei, fünf, acht Minuten … und kein Zug. Mary Lohan hat ihren sechsjährigen Sohn, Federico, und Juan, seinen Schulfreund, im Auto. Sie wollen ins Kino. Ihr Auto ist das dritte in der Warteschlange. Der erste Wagen umfährt die Schranke und überquert die Gleise, der zweite ebenso. Die Kinder singen vergnügt, der Filmbeginn rückt näher und kein Zug ist in Sicht. Also los, auch sie wird es wagen. Die Schranke ist schon lange ein Ärgernis. Ob ein Zug überhaupt kommt, ist ungewiss.

Zwanzig Jahre nach der Katastrophe kehrt Mary zurück in die Vergangenheit, aus der sie geflohen ist. Dabei offenbart sich nicht nur ein tragischer Unfall, sondern auch ein Geflecht aus Familie, Freunden und Bekannten, die einen Schuldigen brauchen. Doch trotz allem gibt es für Mary eine Chance auf ein wenig Glück. Ein so schönes Buch, das zu Herzen geht. Selten habe ich etwas gelesen, das Mutterliebe schöner und intensiver beschreibt als dieses Büchlein! Ich liebe dieses Buch!

Von Melena