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„Die Farbe von Milch“ <br>von Nell Leyshon

„Die Farbe von Milch“
von Nell Leyshon

Buchhaus Schrenk

Das erste, das mir bei meinem Buch der Woche „Die Farbe von Milch“ von Nell Leyshon aufgefallen ist, waren die fehlenden Kommas! Und es hat mich zunächst echt gestört – ich fühle mich ja schon von vereinzelt fehlenden Satzzeichen oder Fehlern gestört. Ich musste erst einmal blättern und nachsehen, ob die Autorin  tatsächlich fast vollständig auf Kommas verzichtet hat. Ja, sie hat – und viel später habe ich auch verstanden warum. Im Nachhinein war es wichtig für diese traurige, leise und eindrucksvolle Geschichte und es ist ein Faktor, der diesen kleinen Roman so authentisch macht!

„Mein Name ist Mary. Mein Haar hat die Farbe von Milch. Und dies ist meine Geschichte.“
Mary ist harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch dann ändert sich alles. Als sie fünfzehn wird, zieht Mary in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten – einer zarten, mitfühlenden Kranken. Bei ihr erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn alleine zurückbleibt.

Selten habe ich die Temperatur einer Geschichte so intensiv gespürt, wie in diesem wunderschönen Buch. Ich habe in meinem warmen, weichen Bett gelegen und gefroren – unglaublich, was Sprache schaffen kann!

 

Von Melena