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„Baba Dunja letzte Liebe“ <br>von Alina Bronsky

„Baba Dunja letzte Liebe“
von Alina Bronsky

Buch der Woche

Es gibt Bücher, die muss man gelesen haben! Also wirklich gelesen! Beispielsweise hatte ich bei „Underground Railroad“, das ich (leider) als  Hörbuch gehört habe und euch möglichst bald vorstellen muss, oft den Eindruck, dass ich nur einen kleinen Teil dieser wunderbaren Sprache erfasse. Und dann gibt es Bücher, die muss man gehört haben! „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky gehört in die zweite Kategorie. Denn Sophie Rois leiht Baba Dunja ihre tiefe, kratzige, markante Stimme und verleiht ihr damit ganz viel Leben. Ich finde dafür hat sie zu Recht den deutschen Hörbuchpreis als beste Interpretin 2016 gewonnen.

Aber nicht nur die Stimme ist besonders – auch die Geschichte Baba Dunjas ist besonders – schön und liebenswert, ein wenig schrullig und sehr unterhaltsam. Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt die tickenden Geigerzähler fürchtet, baut sich die frühere Krankenschwester mit Gleichgesinnten ein neues Leben auf. Die Vögel rufen dort so laut wie nirgends sonst, die Spinnen weben verrückte Netze, und manchmal kommt ein Toter auf einen Plausch vorbei. Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest und die frühere Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe an ihre Tochter Irina, die Chirurgin bei der deutschen Bundeswehr ist. Doch dann kommt ein Fremder ins Dorf – und die Gemeinschaft steht erneut vor der Auflösung.

Selten kann ich sagen, dass es besser ist, das Hörbuch zu hören als das Buch zu lesen. Ich selbst höre Hörbücher eher, um auch die Zeit im Auto zum „Arbeiten“ zu nutzen 😉 In diesem Fall war das Hörerlebnis ein echter Genuss und ist absolut empfehlenswert!

Von Melena